Haft Mewa: die sieben Früchte zum afghanischen Neujahr

Haft Mewa heißt „sieben Früchte" und wird in Afghanistan zu Nowruz gegessen, dem Neujahrsfest am Frühlingsanfang. Es ist kein Kompott: Es wird nicht gekocht und nicht gesüßt. Die Früchte ziehen zwei Tage in Wasser, und dieses Wasser wird zum Sirup — allein aus dem, was sie abgeben.

Die sieben

Die Zusammensetzung schwankt von Haus zu Haus. Verbreitet sind:

  • 100 g grüne Rosinen
  • 100 g rote Rosinen
  • 100 g Senjed (getrocknete Mehlbeeren)
  • 100 g getrocknete Aprikosen
  • 80 g Walnüsse
  • 80 g Mandeln, geschält
  • 80 g Pistazien

Manche Familien nehmen statt Senjed getrocknete Maulbeeren oder ersetzen die Pistazien durch Haselnüsse. Sieben sollen es sein — welche sieben, ist Familiensache.

Zubereitung

  1. Nüsse zuerst. Mandeln und Walnüsse getrennt in warmem Wasser einweichen, 12 Stunden. Danach die Haut der Mandeln abziehen und die Walnüsse abspülen — sie geben sonst Bitterstoffe ans Wasser ab, die das ganze Gericht bitter machen.
  2. Früchte ansetzen. Rosinen, Senjed und Aprikosen waschen und in ein großes Gefäß geben. Mit 1,5 Litern kaltem Wasser aufgießen, sodass alles gut bedeckt ist.
  3. Zusammenführen. Nach 12 Stunden die abgezogenen Mandeln, die Walnüsse und die Pistazien dazugeben.
  4. Ziehen lassen. Zugedeckt weitere 24 bis 36 Stunden kühl stellen. Einmal täglich umrühren.
  5. Kalt servieren, mit etwas von der Flüssigkeit in der Schale.

Warum kein Zucker

Der Sirup entsteht dadurch, dass die Trockenfrüchte Wasser aufnehmen und dabei Zucker abgeben. Wer nachsüßt, überdeckt genau den Unterschied zwischen den Sorten, um den es bei diesem Gericht geht — grüne Rosinen schmecken anders als rote, Senjed anders als Aprikose.

Warum die Reihenfolge zählt

Nüsse brauchen länger als Früchte und müssen vorher abgespült werden. Kommen sie gleichzeitig mit den Rosinen ins Wasser, färbt sich der Sud trüb und die Bitterstoffe der Walnussschale bleiben darin.

Haltbarkeit

Zugedeckt im Kühlschrank hält Haft Mewa vier bis fünf Tage. Es wird dabei süßer, weil die Früchte weiter abgeben.